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Die Brück' am Tay - Theodor Fontane

"Wann treffen wir drei wieder zusamm'?"
"Um die siebente Stund', am Brückendamm."
"Am Mittelpfeiler."
"Ich lösch die Flamm'."
"Ich mit."
"Ich komme vom Norden her."
"Und ich vom Süden."
"Und ich vom Meer."

"Hei, das gibt ein Ringelreihn,
und die Brücke muß in den Grund hinein."
"Und der Zug, der in die Brücke tritt
um die siebente Stund'?"
"Ei, der muß mit."
"Muß mit."
"Tand, Tand
ist das Gebild von Menschenhand."

 ( Hexen aus Shakespeare's "Macbeth" )
Auf der Norderseite, das Brückenhaus
alle Fenster sehen nach Süden aus,
und die Brücknersleut', ohne Rast und Ruh
und in Bangen sehen nach Süden zu,
sehen und warten, ob nicht ein Licht
übers Wasser hin "ich komme" spricht,
"ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug,
ich, der Edinburger Zug."

Und der Brückner jetzt: "Ich seh einen Schein
am andern Ufer. Das muß er sein.
Nun, Mutter, weg mit dem bangen Traum,
unser Johnie kommt und will seinen Baum,
und was noch am Baume von Lichtern ist,
zünd alles an wie zum heiligen Christ,
der will heuer zweimal mit uns sein, -
und in elf Minuten ist er herein."

Und es war der Zug. Am Süderturm
keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm,
und Johnie spricht: "Die Brücke noch!
Aber was tut es, wir zwingen es doch.
Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf,
die bleiben Sieger in solchem Kampf,
und wie's auch rast und ringt und rennt,
wir kriegen es unter: das Element.

Und unser Stolz ist unsre Brück';
ich lache, denk ich an früher zurück,
an all den Jammer und all die Not
mit dem elend alten Schifferboot;
wie manche liebe Christfestnacht
hab ich im Fährhaus zugebracht
und sah unsrer Fenster lichten Schein
und zählte und konnte nicht drüben sein."

Auf der Norderseite, das Brückenhaus
alle Fenster sehen nach Süden aus,
und die Brücknersleut' ohne Rast und Ruh
und in Bangen sehen nach Süden zu;
denn wütender wurde der Winde Spiel,
und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel,
erglüht es in niederschießender Pracht
überm Wasser unten... Und wieder ist Nacht.
 
"Wann treffen wir drei wieder zusamm'?"
"Um Mitternacht, am Bergeskamm."
"Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm."
"Ich komme."
"Ich mit."
"Ich nenn euch die Zahl."
"Und ich die Namen."
"Und ich die Qual."
"Hei!
Wie Splitter brach das Gebälk entzwei."
"Tand, Tand
ist das Gebilde von Menschenhand"
 
 
7.3.09 17:25


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Dr. E. von Hirschhausen


Weinbergschnecke, wo ist Dein Zuhaus?
Weinbergschnecke, willst Du immer geradeaus?
Ist dein Weg schon Dein Ziel?
Ist das wenig oder viel?
Weinbergschnecke, ich sach "Du" und hör Die zu.

Weinbergschnecke, Du kennst keinen Penisneid.
Weinbergschnecke, für die Liebe habt ihr Zeit.
Triffst du wen, es ist egal,
wer die Wahl hat, hat wie Wahl.
Ihr seid nackt und feucht und bi - und schämt euch nie.

Weinbergschnecke, Deine Augen seh'n nicht weit,
Weinbergschnecke, da war kein Auto weit und breit.
Du hast Fühler vorne dran, doch was fühlst Du innen drin,
wenn ein Reifen sein Profil Dir überträgt?

Weinbergschnecke, quatsch Dich einmal richtig aus,
Weinbergschnecke, Du wächst über Dich hinaus.
Jetzt bist Du profiliert, doch keiner hört's auf dem Asphalt,
dumm gelaufen, aus der Spuk, nicht schnell genug.

Weinbergschnecke, sonst darfst Du ins Restaurant,
Weinbergschnecke, nee, zieh Dir nichts besondres an.
Mit Knoblauch lebt man länger, nicht in Deinem Fall.
Ein letzter Blick gebannt vom Tellerrand.

Weinbergschnecke, hörst Du wie man Dich besingt.
Weinbergschnecke, Du Vergleich, der nicht mal hinkt.
Du weißt was zählt im Leben, lebst zu denken, nicht zu kau'n.
Und verstanden, schnell verdaut, hast Du die Ewigkeit geschaut.
12.3.09 20:28





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